Eigentlich war es ein harmloses, wenn nicht gar ein langweiliges Spiel. Aber der Kampf um
den Klassenerhalt gab dem Spiel die nötige Spannung. Umso erstaunter bin ich, dass ich
doch zahlreiche Szenen markiert habe, die es zu erwähnen gilt.
Volker Finke vertraute in seinem vorletzten Spiel als Interimstrainer der gleichen Elf,
die den Sieg gegen Leverkusen geholt hatte. Keine Überraschungen also. Der Auftrag war
klar: Aus einer gesicherten Defensive die Chance zum Tor suchen.
In den Anfangsminuten dominierte aber Frankfurt mit dem Mut des Verzweifelten und ließ
Köln nicht zu einem geordneten Aufbau kommen. Nachdem sich der FC durch zwei Standards ein
wenig Sicherheit geholt hatte, gab es auch die ersten Torszenen.
Pezzoni lief in den freien Raum im Strafraum, bekam die Pille, sein Heber Richtung
Novakovic war aber dürftig (14. Min). Im Gegenzug bekam Rensing einen hohen und weiten
Ball auf sein Tor, pflückte diesen aber sicher vor dem lauernden Gekas runter. Zwei
Minuten später drehte sich der quirlige Chihi durch die Innenverteidigung von Frankfurt
und versuchte Keeper Fährmann zu tunneln. Doch gehalten.
In der nächsten Szene machte es Chihi besser. Novakovic erkämpfte sich den Ball auf der
linken Außenbahn, spielte einen Doppelpass mit Podolski und hob den Ball gefühlvoll
Richtung 2. Pfosten. Dort stand Chihi völlig frei und drückte den Ball per Kopf ohne
Wucht, aber mit guter Platzierung gegen die Laufrichtung von Fährmann ins lange Eck. 1:0
in der 24. Minute. Erleichterung durchströmte mich, reichte doch ein Punkt zum
Klassenerhalt aus.
In der 38. Minute unterband der gut aufspielende Chihi einen gefährlichen Konter von
Frankfurt, auch wenn das eine gelbe Karte bedeutete. Gute Aktion! Von Frankfurt war trotz
viel Ballbesitzes wenig zu sehen. Einzig kurz vor der Halbzeit gab es Hoffnung für
Frankfurt. Nach einem Freistoss kam Gekas an den Ball, schoss Richtung Tor und Geromel wie
Rensing fälschten den Ball unglücklich ins eigene Tor ab. Doch das Tor wurde wegen
angeblichen Abseits von Gekas nicht anerkannt (45. Minute). Eine klare Fehlentscheidung!
Nach der Halbzeit hatte Novakovic die Chance zu erhöhen. Gefühlvoll pflückte er eine
Flanke runter und zirkelte die Pille aufs Tor. Fährmanns Abpraller nutzte er dann als
Direktschuss, der deutlich vorbeiging, statt auf den lauernden Chihi am 2. Pfosten zu
spielen. Schade (52. Minute)! In der gleichen Minute tauchte Podolski alleine vor Fährmann
auf, sein versuchter Heber an der Strafraumgrenze blieb ein schwacher Versuch und wurde
locker abgefangen.
Dann erneut ein Abseitstor durch Novakovic, wofür er gelb kassierte. Auch wenn es klar
Abseits war, Novakovic schloss nach gefühlten drei Sekunden ab dem Pfiff den Angriff ab
und der Ball zappelte im Netz (62. Minute). Dafür gelb zu geben ist kleinlich. Ich will
mich aber auch nicht beschweren, immerhin hätte es eigentlich 1:1 stehen müssen.
Nachdem lange fast nichts auf dem Platz passierte klingelte das nächste Abseitstor im
Kasten. Andrezinho, der für Brecko ins Spiel kam, belebte deutlich die rechte Seite und
setzte Novakovic schön in Szene. Dieser suchte einen Moment zu lange die Lücke und
Podolski stand beim Tor deutlich im Abseits (82. Minute). Danach verbaselte Chihi die
nächste Großchance. Podolski kam über links und zirkelte den Ball schön auf den 2. Pfosten
und Chihi eilte heran, spielte aber den Ball mit dem Oberschenkel(?) irgendwie aufs Tor.
Kein Problem für Fährmann. Da war mehr drin (87. Minute).
Aber es ging noch schlimmer. Sanou, der erneut von Podolski in Szene gesetzt wurde, legte
sich am Strafraum den Ball so dumm vor, dass Fährmann die Pille in aller Ruhe auflesen
konnte (89. Minute). Das letzte Abseitstor hatte dann zur Abwechslung Jajalo vollzogen.
Nachdem sich Podolski im Strafraum den Ball auf den linken Fuß gelegt hatte, köpfte Jajalo
Fährmanns Abklatscher aus klarem Abseits ins Tor. Doch es sollte noch einmal regulär im
Tor klingeln.
Sanou spielte einen haarsträubenden Pass Richtung Podolski, doch Lukas kam noch dran,
lockte Fährmann raus und holte gekonnt einen Elfmeter raus. Ungeachtet der Regel, dass der
Gefoulte nie den folgenden Elfmeter schießen sollte. Legte er sich den Ball am Punkt
zurecht. Zum Glück suchte sich Fährmann die falsche Ecke aus, den Podolskis Schuss war
weder stramm noch platziert. Aber egal, 2:0 in der 93. Minute und das Ding war durch!
Schönste Spielszene:
Für mich persönlich das taktische Foul von Chihi im Mittelfeld. Einen gefährlichen Konter
verhindert, der das Unentschieden hätte bedeuten können. Auch das bedeutet Einsatz!
Spielfazit:
So konzentriert der FC in der Abwehr stand, auch wenn Frankfurt recht harmlos blieb, so
unkonzentriert spielte der FC seine Chancen aus. Wäre die Saison noch nicht durch, ein
wahres Trauerspiel!
Doch wir sind zum Glück durch und haben bereits die 40 Punkte Marke geknackt. Einen
erheblichen Anteil daran hat Frank Schaefer. Genauer gesagt 30 Punkte mit einem
Torverhältnis von 32 zu 44. Macht einen Schnitt von 1,36 Punkten pro Spiel bei einem
Torverhältnis von 1,45 zu 2.
Würde man die letzten drei verheerenden Klatschen abziehen, in denen Teile der Mannschaft
schon gegen Schaefer gespielt haben, würde Schaefer es zu einem Schnitt von 1,58 Punkte
pro Spiel bringen, bei einem Torverhältnis von 1,53 zu 1,68 Toren. Vielen Dank Frank
Schaefer für diese Leistung!